Maßnahmenkarte kühle Innenstadt (3D)
Über diese App
Bäume, Entsiegelung, Sonnensegel und Wasser auf der Altstadtkarte setzen und die Wirkung zusammen sehen: Fläche im Schatten, entsiegelte Fläche, gefühlte Temperatur an Aufenthaltsorten. Priorität aus Hitze, Menschen vor Ort und Machbarkeit — als Grundlage für die Diskussion in der Arbeitsgruppe.
Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.
Wo Hitzeschutz am meisten bringt
Eine Maßnahme gegen Hitze wirkt dort, wo es heiß ist, wo Menschen sich aufhalten und wo sie umsetzbar ist. Ein Asphaltparkplatz in der prallen Sonne wird am Nachmittag rund 55 °C heiß, zählt aber wenig, wenn kaum jemand dort ist. Eine Haltestelle oder ein voller Platz bringt mehr. Bäume kühlen am stärksten, weil sie Schatten werfen und Wasser verdunsten: Gefühlt sind es unter der Krone etwa 30 °C statt 41 °C in der Sonne. Sie brauchen aber Jahrzehnte, bis die Krone groß ist. Sonnensegel und helle Beläge wirken sofort, aber schwächer.
Was die App zeigt
Die Altstadt von Reutlingen in 3D aus OpenStreetMap, mit Gebäuden, Bäumen, Plätzen, Parkplätzen, Haltestellen und Spielplätzen, am Hitzenachmittag um 15 Uhr mit echtem Sonnenstand. Eine Prioritätskarte verbindet Hitze, Menschen und Machbarkeit, drei Regler legen fest, wie stark jeder Faktor zählt. Eine Rangliste zeigt die acht wichtigsten Orte und wie sie steigen oder fallen. Bäume, Entsiegelung, Sonnensegel und Trinkbrunnen lassen sich setzen; die Bilanz nennt Schattenfläche um 15 Uhr, Regenwasser, Kosten und Kühlwirkung heute, in 10 und in 30 Jahren.
Selbst ausprobieren
Stell die Gewichte auf „Nur Hitze“ und sieh, wie Parkplätze nach vorn rücken. Mit „Menschen zuerst“ springen Haltestellen nach oben. Setz einen Baum auf einen Platz und ein Segel in eine enge Gasse, dann schieb die Zeit auf 30 Jahre. Vergleiche die drei Pakete mit gleichem Budget: Segel allein fallen nach Jahren zurück, Bäume allein lassen die ersten Sommer heiß, die Mischung fällt in keinem Jahr weit zurück. Die Maßnahmenliste lässt sich als Text für ein Protokoll kopieren.
Häufige Fragen
- Kühlen Bäume eine Straße stärker als Sonnensegel?
- Ja, ein ausgewachsener Baum kühlt stärker, weil er neben Schatten auch Verdunstungskühlung liefert. Gefühlt sind es am Hitzenachmittag unter der Krone etwa 30 °C, unter einem Segel etwa 34 °C, in der Sonne 41 °C. Ein junger Baum hat aber nur eine Krone von rund 3 Metern; bis sie 10 Meter breit ist, vergehen etwa 30 Jahre.
- Was bringt Entsiegelung gegen Hitze?
- Ein heller oder offener Belag wird in der Sonne deutlich weniger heiß als Asphalt: etwa 40 °C bei Rasengitter und 34 °C bei Wiese statt 55 °C. Zusätzlich versickert Regen, statt in den Kanal zu laufen. Für Menschen, die dort stehen, wirkt Schatten am Nachmittag allerdings stärker als der Belag allein.
- Warum ist der heißeste Ort nicht immer der wichtigste?
- Weil Hitzeschutz Menschen helfen soll. Ein heißer Parkplatz ohne Fußgänger bringt weniger als eine heiße Haltestelle, an der täglich viele warten. Wie stark Hitze, Menschen und Machbarkeit zählen, ist eine Abwägung, die eine Gemeinde offen treffen kann.
- Ersetzt die Maßnahmenkarte eine Planung?
- Nein. Die App ist ein Modell mit Größenordnungen aus der Literatur und Kartendaten aus OpenStreetMap. Eigentum, Leitungen im Boden, Feuerwehrzufahrten, Denkmalschutz und Kosten im Einzelfall kennt sie nicht. Sie ist eine Grundlage für die Diskussion, etwa in einer Arbeitsgruppe des Gemeinderats.
Fach: Stadtklima & Klimaanpassung
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