Die Netzhaut und der Blutzucker (3D)
Über diese App
Diabetische Retinopathie am Augenhintergrund eines rechten Auges in 3D: Ein Zeitregler über 25 Jahre zeigt mit dauerhaft hohem oder gut eingestelltem Blutzucker Mikroaneurysmen, Blutungen, harte Exsudate, Cotton-Wool-Herde, Perlschnurvenen, Gefäßneubildungen, Makulaödem und Glaskörperblutung. Stadien nach der internationalen Klassifikation (4-2-1-Regel), simulierte Sicht der Person und ein schematischer Schnitt durch die Netzhautschichten.
Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.
Worum es geht
Die diabetische Retinopathie ist eine Erkrankung der kleinen Netzhautgefäße bei Diabetes. Über Jahre zu hoher Blutzucker schädigt die Kapillarwände. Sie sacken zu Mikroaneurysmen aus, werden undicht und verschließen sich. Es folgen Blutungen, harte Exsudate aus Fett und Eiweiß und Cotton-Wool-Herde. Fehlt der Netzhaut Sauerstoff, bildet sie den Wachstumsfaktor VEGF, und brüchige neue Gefäße wachsen in den Glaskörper: die proliferative Retinopathie. Das Makulaödem, eine Schwellung der Netzhautmitte, kann in jedem Stadium auftreten und trübt das scharfe Sehen.
Was die App zeigt
Den Augenhintergrund eines rechten Auges als 3D-Schale, so wie ihn die Augenärztin durch die Pupille sieht: Makula, Papille und Gefäßbogen. Ein Zeitregler führt über 25 Jahre, wahlweise mit dauerhaft hohem Blutzucker (HbA1c um 9 %) oder gut eingestelltem (um 7 %). Ein Befundpanel nennt das Stadium nach der internationalen Klassifikation mit der 4-2-1-Regel und zählt die Veränderungen. Daneben zeigt eine vereinfachte Simulation, was die Person sieht, und ein schematischer Schnitt, in welcher Netzhautschicht welche Veränderung liegt.
Selbst ausprobieren
Lass die Jahre mit hohem Blutzucker laufen und beobachte die Sicht: Bis zur schweren nichtproliferativen Retinopathie bleibt sie scharf, obwohl schon viele Blutungen da sind. Erst das Makulaödem macht die Mitte unscharf, eine Glaskörperblutung legt dunkle Flecken ins Bild. Schalte den Schnitt ein, um die Flüssigkeit in den Netzhautschichten zu sehen. Vergleiche dann dieselben 20 Jahre mit gut eingestelltem Blutzucker: Es bleibt bei einer milden Retinopathie.
Häufige Fragen
- Was ist eine diabetische Retinopathie?
- Eine Schädigung der kleinen Blutgefäße der Netzhaut durch langjährig erhöhten Blutzucker. Sie beginnt mit Mikroaneurysmen und Blutungen (nichtproliferative Form) und kann zu neuen, brüchigen Gefäßen führen (proliferative Form). Dazu kann ein Makulaödem kommen. Sie gehört weltweit zu den häufigsten Ursachen für Sehverlust bei Erwachsenen im Erwerbsalter.
- Warum merkt man eine diabetische Retinopathie lange nicht?
- Die ersten Veränderungen liegen meist außerhalb der Makula, der Stelle des scharfen Sehens. Mikroaneurysmen, Blutungen und Exsudate in der übrigen Netzhaut stören das Sehen kaum. Beschwerden entstehen erst, wenn die Makula anschwillt oder Blut in den Glaskörper gelangt. Deshalb lässt sich die Retinopathie früh nur bei der Untersuchung des Augenhintergrunds erkennen.
- Wie oft sollten Menschen mit Diabetes die Augen untersuchen lassen?
- Die Nationale VersorgungsLeitlinie empfiehlt regelmäßige augenärztliche Untersuchungen des Augenhintergrunds. Ohne Netzhautveränderungen liegt der Abstand je nach Risiko bei einem oder zwei Jahren, bei bekannten Veränderungen ist er kürzer. Den genauen Abstand legt die Augenärztin oder der Augenarzt fest.
- Was kann ich in der App „Die Netzhaut und der Blutzucker“ einstellen?
- Du wählst die Jahre mit Diabetes (0 bis 25) und einen Blutzuckerverlauf, dauerhaft hoch oder gut eingestellt. Ein Befundpanel nennt Stadium und Veränderungen, ein Sichtpanel zeigt, was die Person sieht. Ein schematischer Schnitt durch die Netzhautschichten und Beschriftungen lassen sich zuschalten. Die Zeitverläufe sind Beispiele und ersetzen keine Untersuchung.
Fach: Biologie & Neurowissenschaften
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