Schelling-Segregation
Über diese App
Eine 3D-Stadt aus zwei Gruppen auf einem Raster mit freien Parzellen. Wer weniger gleiche Nachbarn hat, als die Toleranzschwelle verlangt, zieht auf die nächste passende freie Parzelle. Kennzahlen und Verlaufsdiagramm zeigen, dass schon bei einer Schwelle von einem Drittel der Anteil gleicher Nachbarn von rund 50 % auf rund 70 % steigt.
Das Modell von Thomas Schelling
Der Ökonom Thomas Schelling zeigte um 1970 mit einem Gedankenexperiment, wie aus milden Vorlieben Einzelner eine starke räumliche Entmischung entstehen kann. Zwei Gruppen wohnen auf einem Raster mit freien Parzellen. Wer unter seinen bis zu acht Nachbarn weniger gleiche hat, als eine Toleranzschwelle verlangt, ist unzufrieden und zieht um. Schon bei einer Schwelle von einem Drittel, bei der jeder eine Mehrheit der anderen Gruppe um sich akzeptiert, steigt der mittlere Anteil gleicher Nachbarn von rund 50 % auf rund 70 %. Das Muster der ganzen Stadt lässt sich also nicht direkt aus den Motiven der Einzelnen ablesen.
Was die App zeigt
Eine Stadt aus Häusern mit Sattel- und Flachdach steht auf einem Raster, schräg von oben, aus der Draufsicht oder auf Straßenhöhe. Unzufriedene Bewohner tragen einen Ring und ziehen in jeder Runde auf die nächstgelegene freie Parzelle, auf der sie zufrieden wären. Du stellst Toleranzschwelle, Anteil der Gruppen, Leerstand und Rastergröße ein. Kennzahlen zeigen den mittleren Anteil gleicher Nachbarn, den Anteil Unzufriedener und den Segregationsindex D über Blöcke von 5 × 5 Parzellen. Ein Verlaufsdiagramm zeichnet alle Werte über die Runden, ein gestrichelter Vergleich zeigt den vorherigen Lauf.
Selbst ausprobieren
Stelle die Schwelle auf etwa ein Drittel und spiele die Simulation bis zum Gleichgewicht ab. Lies ab, wie weit der Anteil gleicher Nachbarn steigt, obwohl jeder eine gemischte Nachbarschaft akzeptieren würde. Erhöhe dann die Schwelle schrittweise und vergleiche die Läufe im Diagramm. Ändere den Leerstand: Mit wenigen freien Parzellen finden Unzufriedene schwerer einen passenden Platz. Klicke ein Haus an, um seine Nachbarschaft und seinen Anteil gleicher Nachbarn zu sehen. Das Modell enthält keine Mieten, Einkommen oder Diskriminierung und erklärt reale Segregation nicht allein.
Häufige Fragen
- Was besagt das Schelling-Modell?
- Das Schelling-Modell zeigt, dass starke räumliche Segregation entstehen kann, auch wenn die einzelnen Menschen nur eine schwache Vorliebe für gleiche Nachbarn haben. Bewohner, die zu wenige gleiche Nachbarn haben, ziehen um, und die Summe dieser Umzüge entmischt die ganze Stadt. Es ist ein frühes Beispiel für agentenbasierte Modellierung.
- Was ist der Segregationsindex D?
- Der Dissimilaritätsindex D misst, wie ungleich zwei Gruppen auf Teilgebiete verteilt sind. Er liegt zwischen 0 (in allen Gebieten gleich gemischt) und 1 (vollständig getrennt) und gibt an, welcher Anteil einer Gruppe umziehen müsste, um eine Gleichverteilung zu erreichen. Bei kleinen Teilgebieten liegt D auch bei zufälliger Verteilung über 0.
- Erklärt das Schelling-Modell reale Segregation?
- Nicht allein. Das Modell ist ein Gedankenexperiment und lässt Einkommen, Mieten, Wohnungsmarkt, Diskriminierung und Stadtplanung weg. Es zeigt nur, dass für starke Entmischung keine starke Abneigung nötig ist, und dass man vom Muster einer Stadt nicht direkt auf die Einstellungen ihrer Bewohner schließen kann.
- Was kann ich in der Schelling-App einstellen?
- Du stellst Toleranzschwelle, Anteil der beiden Gruppen, Leerstand und Rastergröße ein und spielst die Umzüge Runde für Runde ab. Kennzahlen und ein Verlaufsdiagramm zeigen Anteil gleicher Nachbarn, Unzufriedene und Segregationsindex. Ein Klick auf ein Haus zeigt seine Nachbarschaft.
Fach: Soziologie & Netzwerke
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