Wertstromkarte TIM Corp.: vom Ist- zum Soll-Zustand
Über diese App
Die Laborfallstudie nach „Learning to See“ als interaktive Wertstromkarte mit normgerechten Symbolen: Die Karte entsteht in sechs Schritten vom Kunden aus, dann zeigen Zeitstrahl, Taktdiagramm und Summen 21,6 Tage Durchlaufzeit gegen 149 s Bearbeitung und den Engpass Montage. Die sieben Gestaltungsrichtlinien einzeln anwenden, bis der Soll-Zustand steht; Takt-Rechner für Bedarf und Schichten.
Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.
Wertstromanalyse und Wertstromdesign
Eine Wertstromanalyse folgt einer Produktfamilie vom Lieferanten bis zum Kunden: unten der Materialfluss, oben der Informationsfluss, darunter ein Zeitstrahl mit den Reichweiten der Bestände und den Prozesszeiten. Die Taktzeit ist Nettoarbeitszeit geteilt durch Kundenbedarf. Die Reichweite eines Bestands ist Bestand geteilt durch Tagesbedarf, die Durchlaufzeit die Summe aller Reichweiten und Prozesszeiten, der Wertschöpfungsanteil das Verhältnis von Prozesszeit zu Durchlaufzeit. Im Wertstromdesign entsteht daraus mit sieben Gestaltungsrichtlinien ein Soll-Zustand.
Was die App zeigt
Die Laborfallstudie nach Rother und Shook: TIM Corp. presst, schweißt und montiert Autodächer für CAR Corp., 18.400 Stück im Monat; den Stahl liefert STEEL Corp. Die Karte entsteht in sechs Schritten vom Kunden aus, mit normgerechten Symbolen für Prozesse, Datenkästen, Bestände, Push-Pfeile und Informationsfluss. Zeitstrahl, Taktdiagramm und Summenkasten zeigen den Ist-Zustand: 55.200 s Nettozeit für 920 Stück am Tag ergeben 60 s Takt, 149 s Bearbeitung stehen 21,6 Tagen Durchlaufzeit gegenüber, und die Montage ist mit 62 s der Engpass.
Was du ausprobierst
Schalte die sieben Gestaltungsrichtlinien einzeln an: Segmentierung, Produktion im Kundentakt, kontinuierlicher Fluss in einer Zelle mit drei Werkern, Supermarkt-Pull mit Kanban, ein Schrittmacher, Nivellierung mit Heijunka und kürzere Rüstzeiten an der Presse. Karte, Zeitstrahl und Kennzahlen ziehen nach; mit allen sieben sinkt die Durchlaufzeit im Lehrmodell auf rund 4 Tage. Im Takt-Rechner änderst du Bedarf, Arbeitstage, Schichten und Pausen und siehst, wie Taktzeit, Werkerzahl in der Zelle und Engpass mitgehen.
Häufige Fragen
- Wie berechnet man die Taktzeit?
- Taktzeit = Nettoarbeitszeit ÷ Kundenbedarf. Bei 18.400 Stück im Monat und 20 Arbeitstagen sind es 920 Stück am Tag. Zwei Schichten à 8 Stunden mit je 20 Minuten Pause ergeben 55.200 s Nettozeit, also 55.200 s ÷ 920 Stück = 60 s.
- Wie ermittelt man die Durchlaufzeit im Wertstrom?
- Man rechnet jeden Bestand in eine Reichweite um, also Bestand geteilt durch Tagesbedarf, und addiert alle Reichweiten und Prozesszeiten. In der Fallstudie TIM Corp. ergeben sich rund 21,6 Arbeitstage bei 149 s Prozesszeit, ein Wertschöpfungsanteil von etwa 0,0125 %.
- Was ist der Unterschied zwischen Schrittmacher und Engpass?
- Der Schrittmacher ist der eine Prozess im Wertstrom, der den Produktionsplan erhält; flussabwärts fließt das Material ohne Zwischenbestand. Ein Engpass ist ein Prozess mit zu wenig Kapazität, dessen Zykluszeit über der Taktzeit liegt, in der Fallstudie die Montage mit 62 s bei 60 s Takt.
- Wie funktioniert die App „Wertstromkarte TIM Corp.“?
- Du baust die Ist-Karte in sechs Schritten auf, liest Zeitstrahl und Taktdiagramm und schaltest dann die sieben Gestaltungsrichtlinien einzeln an, bis der Soll-Zustand steht. Die Ist-Zahlen stammen aus der Fallstudie, die Soll-Werte sind Annahmen des Lehrmodells.
Fach: Industrial Engineering
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