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C14-Datierung und Hallstatt-Plateau

Über diese App

Ein C14-Alter ist kein Kalenderdatum: Die Messglocke läuft über die echte Kalibrierkurve IntCal20 und fällt als Kalenderdichte auf die Zeitachse. Auf dem Hallstatt-Plateau werden aus ±20 Jahren Messfehler 272 Jahre Spanne, an der steilen Stelle um 790 v. Chr. nur 29. Wiggle-Matching mit einer Kette aus Jahrringproben rastet auf der Kurve ein.

Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.

C14-Jahre sind keine Kalenderjahre

Die Radiokarbonmethode misst, wie viel radioaktiver Kohlenstoff (¹⁴C) in organischem Material übrig ist. Das Labor gibt daraus ein konventionelles C14-Alter in Jahren BP an, gezählt ab 1950 und berechnet mit der Libby-Halbwertszeit von 5568 Jahren. Weil der ¹⁴C-Gehalt der Atmosphäre im Lauf der Zeit schwankte, ist dieses Alter kein Kalenderdatum. Erst die Kalibrierkurve übersetzt es. Die aktuelle Kurve für die Nordhalbkugel heißt IntCal20 (Reimer et al. 2020) und beruht für die letzten Jahrtausende auf Jahrringen von Bäumen, deren Kalenderjahr bekannt ist.

Das Hallstatt-Plateau

Zwischen etwa 800 und 400 v. Chr. verläuft die Kalibrierkurve fast waagrecht um 2450 BP. Holz aus 700 v. Chr. und Holz aus 650 v. Chr. haben dort fast dasselbe C14-Alter. Eine Messung von 2450 ± 20 BP passt deshalb zu vielen Kalenderjahren: Mit 95,4 % Wahrscheinlichkeit liegt das Datum zwischen 749 und 415 v. Chr., verteilt auf fünf Teilbereiche mit zusammen 272 Jahren. Dieselbe Messgenauigkeit ergibt bei 2600 BP, wo die Kurve steil abfällt, nur 805 bis 777 v. Chr., also 29 Jahre. Nicht das Labor, sondern die Kurve macht das Datum unscharf.

Was die App zeigt und was du ausprobierst

Die Messung erscheint als Glockenkurve an der C14-Achse. Ein Band läuft über die echte IntCal20-Kurve, und wo es sie trifft, fällt ein Lichtvorhang zur Kalenderachse. Darunter entsteht die Wahrscheinlichkeitsdichte mit den Bereichen für 68,3 % und 95,4 %. Zieh die Glocke hoch und runter, ändere den Messfehler und blende eine Vergleichsmessung an der steilen Stelle ein. Im Wiggle-Match legst du eine Kette aus Jahrringproben mit festem Abstand an die Kurve und siehst, wo sie einrastet und wie stark die Spanne schrumpft.

Häufige Fragen

Was ist das Hallstatt-Plateau bei der C14-Datierung?
So heißt der Abschnitt der Kalibrierkurve zwischen etwa 800 und 400 v. Chr., in dem das C14-Alter kaum mit dem Kalenderalter abnimmt und um 2450 BP bleibt. Proben aus diesen vier Jahrhunderten lassen sich mit der Radiokarbonmethode allein deshalb nur grob unterscheiden, auch wenn das Labor sehr genau misst.
Was bedeutet BP bei einem C14-Alter?
BP steht für „before present“ und meint Jahre vor 1950. Ein konventionelles C14-Alter in BP ist mit der Libby-Halbwertszeit von 5568 Jahren berechnet und noch nicht kalibriert. Erst die Kalibrierkurve, heute IntCal20, ordnet ihm Kalenderjahre zu, oft als mehrteiligen Bereich mit Wahrscheinlichkeiten.
Was ist Wiggle-Matching?
Beim Wiggle-Matching werden mehrere Proben aus einem Holz datiert, deren Abstand in Jahrringen bekannt ist. Die ganze Folge wird gemeinsam an die Kalibrierkurve angepasst. Weil der Abstand feststeht, passt sie nur an wenigen Stellen; an Knicken der Kurve wird das Datum dadurch deutlich enger, auf flachen Abschnitten weniger.
Was kann ich mit der App ausprobieren?
Du verschiebst eine C14-Messung auf der Achse, änderst den Messfehler und siehst sofort, welche Kalenderjahre dazu passen und wie groß die Spanne ist. Eine Vergleichsmessung zeigt den Unterschied zwischen Plateau und steiler Stelle. Im Wiggle-Match lässt du eine Probenkette auf der echten IntCal20-Kurve einrasten.

Fach: Geschichte

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