Zum Inhalt
Alle Apps

Siedlungskammer auf der Alb (3D)

Über diese App

Eine typisierte Siedlungskammer auf der verkarsteten Albhochfläche: Acker, Weide und Wasser ergeben je eine Grenze, das Minimum gewinnt. Eine Hüle in der Doline hebt sie, mehr Kuppenland nicht — und vom Grabhügel auf der Kuppe sieht man 60 % der Kammer, aus der besten Ackermulde 10 %.

Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.

Wasser im Karst

Die Hochfläche der Schwäbischen Alb besteht aus Kalkstein. Regen versickert in Klüften und Dolinen, trichterförmigen Senken im Fels, deshalb gibt es oben kaum Bäche. Quellen treten erst am Albtrauf aus, dem Steilhang am Rand der Alb, oft dort, wo wasserstauende Mergel beginnen. Auf der Hochfläche halfen Hülen: Teiche, deren Boden mit Lehm abgedichtet ist. Für Mittelalter und Neuzeit sind sie gut belegt, für die Bronze- und Eisenzeit nicht gesichert. Wie viele Menschen eine Siedlungskammer ernähren kann, hängt deshalb nicht nur von der Fläche ab, sondern vom knappsten Faktor: Acker, Weide oder Wasser im trockenen Spätsommer.

Was die App zeigt

Ein Geländeblock zeigt eine typisierte, nicht reale Siedlungskammer: Hochfläche mit Kuppen, Trockental und vier Dolinen, dazu der bewaldete Albtrauf mit einer Quelle im Tal. An der Schnittkante liegen Kalkbänke über Mergel. Die Ebenen Wasser, Boden, Nutzung und Sicht färben das Gelände um. Ein Modell mit offengelegten Annahmen rechnet für Acker, Weide und Wasser je eine Zahl tragbarer Menschen aus; das Minimum ist die Grenze, ein Fass mit drei Dauben macht sie sichtbar. Gehöfte erscheinen und verschwinden mit der Grenze, ungenutzter Ackerboden bleibt Wald. Grabhügel stehen auf Kuppen und am Fernweg.

Selbst ausprobieren

Tippe auf einen Ring und baue in der Doline eine Hüle: Die Grenze steigt von etwa 70 auf 160 Menschen, neue Höfe entstehen an der Hüle. Mit einer zweiten Hüle wird die Weide knapp. Schalte auf Kuppenland: Acker und Weide wachsen, die Grenze bleibt, solange Wasser fehlt. Vergleiche Frühjahr, Spätsommer und Dürrejahr und ändere Ertrag, Brache und Vieh. In der Ebene Sicht siehst du, dass man von einem Grabhügel auf der Kuppe etwa 60 % der Kammer überblickt, aus der besten Ackermulde nur etwa 10 %.

Häufige Fragen

Was ist eine Hüle auf der Schwäbischen Alb?
Eine Hüle ist ein künstlicher Teich auf der verkarsteten Albhochfläche, dessen Boden mit Lehm abgedichtet ist, damit das Regenwasser nicht im Kalk versickert. Hülen versorgten Dörfer mit Wasser für Mensch und Vieh, bis um 1870 die Albwasserversorgung begann. Sicher belegt sind sie für Mittelalter und Neuzeit.
Warum gibt es auf der Schwäbischen Alb kaum Bäche?
Die Albhochfläche besteht aus verkarstetem Kalkstein. Regenwasser löst den Kalk und versickert rasch in Klüften, Höhlen und Dolinen. Es fließt unterirdisch ab und tritt erst am Albtrauf oder in tief eingeschnittenen Tälern aus Quellen wieder aus.
Was besagt das Minimumprinzip?
Das Minimumprinzip, nach Justus von Liebig, besagt: Wachstum wird durch den knappsten Faktor begrenzt, nicht durch die Summe aller Faktoren. Übertragen auf eine Siedlung heißt das: Reicht das Wasser nur für 70 Menschen, ändern mehr Äcker nichts. Erst wenn das Wasser zunimmt, wird ein anderer Faktor knapp.
Was kann ich mit der App Siedlungskammer auf der Alb machen?
Du baust Hülen in Dolinen, wechselst Jahreszeit und Fläche, stellst Ertrag, Brache und Vieh ein und siehst, welcher Faktor die Zahl der Höfe begrenzt. Die Ebene Sicht zeigt, was man von einem Grabhügel oder aus einer Ackermulde sieht. Ein Erklärmodus führt durch die wichtigsten Schritte.

Fach: Geschichte

Mehr aus Geschichte

Eine VisuApp von heyprof: interaktiv, kostenlos im Browser, ohne Anmeldung. Was ist eine VisuApp? · Alle Apps