Consecutio-Uhr: die Zeitenfolge im Konjunktiv
Über diese App
Zehn echte Sätze von Seneca und Ovid: Sonnenzeiger und langer Zeiger stellen Tempusgruppe und Zeitverhältnis ein, die Form im Satz springt um, die Übersetzung folgt. „Würde“ gehört in genau ein Feld von sechs.
Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.
Zwei Fragen legen den Konjunktiv fest
Die Consecutio temporum regelt, welcher Konjunktiv im abhängigen Nebensatz steht. Zwei Fragen genügen. Steht der übergeordnete Satz im Haupttempus oder im Nebentempus? Liegt die Handlung des Nebensatzes davor, gleichzeitig oder danach? Nach einem Haupttempus folgen Konjunktiv Präsens, Konjunktiv Perfekt und die Form auf -urus sim, nach einem Nebentempus Konjunktiv Imperfekt, Konjunktiv Plusquamperfekt und -urus essem. Das Deutsche übersetzt diese Formen meist im Indikativ. „Würde“ gehört nur in das Feld nachzeitig nach Nebentempus.
Was die App zeigt
Eine astronomische Uhr trägt die sechs Felder der Zeitenfolge. Der Sonnenzeiger wählt die Tempusgruppe: oben Haupttempora, unten Nebentempora. Der lange Zeiger wählt das Zeitverhältnis: links vorzeitig, in der Mitte gleichzeitig, rechts nachzeitig. Neben der Uhr steht ein echter Satz. Dreht man die Zeiger, springt die Form im Satz um, und die Übersetzung formt sich mit. Der Stern markiert das Feld des Textes, alle anderen Formen sind zum Vergleich gebildet. Die beiden -urus-Felder sind gestreift, weil das Lateinische für die Nachzeitigkeit keinen eigenen Konjunktiv hat.
Was du ausprobieren kannst
Zehn Sätze stehen zur Wahl, sechs aus Senecas Briefen und vier aus Ovids Metamorphosen. In fünf Stufen bestimmst du die Tempusgruppe, stellst das Zeitverhältnis ein, sagst vorher, was aus der Form wird, vergleichst die Übersetzungen und prüfst dich selbst. Der Knopf „Mit würde“ zeigt, wie sich der Sinn verschiebt. Die Grenzen der Regel kommen vor: Das historische Präsens zieht bei Ovid beide Gruppen nach sich, ein Finalsatz kennt nur die Gleichzeitigkeit, und ein erzählendes cum gibt es im Haupttempus nicht.
Häufige Fragen
- Was ist die Consecutio temporum?
- Die Consecutio temporum ist die Zeitenfolge im lateinischen Satzgefüge. Sie legt fest, in welchem Tempus der Konjunktiv im abhängigen Nebensatz steht. Entscheidend sind die Tempusgruppe des übergeordneten Satzes und das Zeitverhältnis: vorzeitig, gleichzeitig oder nachzeitig.
- Welche Tempora sind Haupttempora und welche Nebentempora?
- Haupttempora sind Präsens und Futur, Nebentempora sind Imperfekt, Perfekt und Plusquamperfekt. Das Perfekt zählt zu den Haupttempora, wenn es die Gegenwart meint. Das historische Präsens kann beide Gruppen nach sich ziehen.
- Wann übersetzt man den lateinischen Konjunktiv mit „würde“?
- In der Zeitenfolge nur bei Nachzeitigkeit nach einem Nebentempus: an sapiens amaturus esset heißt „ob der Weise lieben würde“. Sonst steht im Deutschen meist der Indikativ oder in indirekter Rede der Konjunktiv I.
- Was kann ich in der App Consecutio-Uhr tun?
- Du stellst an einer Uhr Tempusgruppe und Zeitverhältnis ein und siehst, wie sich die Form in zehn echten Sätzen von Seneca und Ovid ändert. Zu jedem Satz gibt es Übersetzungen je Feld und einen Prüfmodus mit Begründungen.
Fach: Latein
Mehr aus Latein
- AcI-Bühne: der Akkusativ, der handelt
- Hexameter-Werkstatt: lateinische Verse skandieren
- Kleine-Wörter-Weiche: ut, cum, quod und ne
- Partizip-Zeitmaschine: Zeitverhältnis und Sinnrichtung
- Satzröntgen: lateinische Sätze durchleuchten
- Stilmittel-Geometrie: Figuren sehen und deuten
- Verbform-Tresor: Formen aus drei Bausteinen
Eine VisuApp von heyprof: interaktiv, kostenlos im Browser, ohne Anmeldung. Was ist eine VisuApp? · Alle Apps