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Der Versuchsleiter im Versuch

Über diese App

Selbstversuch nach Rosenthal und Fode (1963): Du wertest zwölf Läufe von Ratten im erhöhten T-Labyrinth, angeblich aus „kluger“ oder „langsamer“ Zucht. In der Aufklärung zeigt sich, dass es sechs identische Paare waren. Dazu die Originaldaten (2,32 gegen 1,54 richtige Wahlen je Ratte und Tag), ein Modell mit Doppelblind-Schalter und der Kluge Hans von 1904.

Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.

Der Versuchsleitereffekt

Erwartungen der Person, die einen Versuch durchführt, können die Messwerte verändern, ohne dass sie es merkt. Robert Rosenthal und Kermit Fode gaben 1963 zwölf Studierenden je fünf Ratten, angeblich aus einer „labyrinth-klugen“ oder „labyrinth-dummen“ Zucht. Die Etiketten waren zufällig. Trotzdem wählten die angeblich klugen Ratten im erhöhten T-Labyrinth häufiger die belohnte dunkle Plattform: im Mittel 2,32 gegen 1,54 richtige Wahlen je Ratte und Tag, und sie verweigerten seltener (17 gegen 43 von je 150 Sitzungen). Die Versuchsleiter gaben an, „kluge“ Ratten mehr und sanfter angefasst zu haben.

Was die App zeigt

Im Selbstversuch bist du Versuchsleiter: Ratten laufen in einem perspektivisch gezeichneten T-Labyrinth, und du wertest zwölf Läufe als richtig, falsch oder keine Wahl. Zweideutige Momente wie Zögern, Umkehr oder Stehenbleiben sind markiert. Die Aufklärung zeigt, dass die Läufe sechs identische Paare mit verschiedenem Etikett waren, und vergleicht deine Wertungen. Weitere Ansichten zeigen die Originalkurven über fünf Tage, ein Modell mit Doppelblind-Schalter und den Klugen Hans von 1904 mit Wilhelm von Osten und Oskar Pfungst.

Selbst ausprobieren

Werte alle zwölf Läufe, bevor du die Aufklärung öffnest, sonst ist der Versuch verdorben. Danach kannst du jedes Paar abspielen: Zwei Ratten mit verschiedenem Etikett laufen dieselbe Bahn. Im Modell verschiebst du die Stärke der Erwartung, trennst die Wege Umgang und Auswertung und schaltest auf doppelblind. Beim Klugen Hans stellst du die Aufgabe 3 + 2 einmal mit und einmal ohne Wissen des Fragenden. Deine Wertungen bleiben im Browserfenster.

Häufige Fragen

Was ist der Versuchsleitereffekt?
Der Versuchsleitereffekt (auch Rosenthal-Effekt oder Versuchsleiter-Erwartungseffekt) bezeichnet die Verzerrung von Versuchsergebnissen durch die Erwartungen der Person, die den Versuch durchführt. Sie kann über den Umgang mit den Teilnehmenden wirken oder über die Auswertung zweideutiger Beobachtungen, meist unbemerkt.
Was zeigte das Experiment von Rosenthal und Fode mit Ratten?
Studierende trainierten 1963 Ratten, die angeblich klug oder dumm gezüchtet waren; tatsächlich waren die Etiketten zufällig. Die „klugen“ Ratten schnitten im T-Labyrinth besser ab (2,32 gegen 1,54 richtige Wahlen je Tag). Ob die Tiere wirklich besser lernten oder nur besser gewertet wurden, lässt sich aus der Studie nicht trennen.
Was hat der Kluge Hans mit dem Versuchsleitereffekt zu tun?
Das Pferd Kluger Hans schien um 1904 in Berlin rechnen zu können. Oskar Pfungst zeigte 1907, dass es auf winzige, unbewusste Bewegungen der Fragenden reagierte und aufhörte zu klopfen, wenn diese sich entspannten. Kannte niemand im Blickfeld die Antwort, scheiterte Hans.
Wie funktioniert die App „Der Versuchsleiter im Versuch“?
Du wertest zwölf Rattenläufe und erfährst in der Aufklärung, dass sie sechs identische Paare waren. Danach vergleichst du mit den Originaldaten von 1963, spielst ein Modell mit Doppelblind-Schalter durch und stellst dem Klugen Hans eine Rechenaufgabe.

Fach: Psychologie

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