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Wahrnehmungslabor

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Drei Selbstversuche zur selektiven Aufmerksamkeit: Suchbild im Flicker-Paradigma, Zählaufgabe mit unerwartetem Objekt und Buchstabenstrom mit Aufmerksamkeitsblinzeln. Die eigenen Messwerte (Zeit bis zur Entdeckung, bemerkt ja/nein, Trefferquote je Abstand) erscheinen neben Literaturwerten. Szenen prozedural in 3D, Ergebnisse nur lokal im Browser.

Was Aufmerksamkeit auswählt

Das Auge arbeitet nicht wie eine Kamera, die alles speichert. Bewusst gesehen wird vor allem, worauf die Aufmerksamkeit gerichtet ist. Drei klassische Befunde zeigen das: Bei der Veränderungsblindheit bleibt eine Änderung im Bild unbemerkt, wenn eine kurze Unterbrechung das örtliche Bewegungssignal überdeckt (Flicker-Paradigma, Rensink, O’Regan & Clark 1997). Bei der Unaufmerksamkeitsblindheit übersehen Menschen ein auffälliges, aber unerwartetes Objekt, während sie konzentriert zählen (Simons & Chabris 1999). Beim Aufmerksamkeitsblinzeln wird ein zweites Ziel etwa 200–500 ms nach einem ersten häufig verpasst (Raymond, Shapiro & Arnell 1992).

Die drei Versuche

Im Suchbild wechseln sich zwei fast gleiche 3D-Ansichten eines Schreibtischs ab, wahlweise mit einer grauen Unterbrechung von 80 ms zwischen den Bildern oder ohne. Du klickst auf die Stelle, die sich ändert, und die Zeit läuft mit. In der Zählaufgabe rollen acht Bälle über ein Spielfeld; du zählst 16 Sekunden lang die Bandenkontakte der hellen oder dunklen Bälle, während ein Kreuz oder eine Figur durchs Feld wandert. Im Buchstabenstrom erscheinen zehn Zeichen pro Sekunde, darunter zwei Ziffern in wechselndem Abstand von 100 bis 800 ms.

Auswerten und vergleichen

Mach die Versuche, bevor du die Erklärung im Info-Panel liest, denn nur der erste Durchgang der Zählaufgabe ist unvoreingenommen. Die Ergebnisse zeigen die Zeit bis zur Entdeckung mit und ohne Unterbrechung, ob das unerwartete Objekt bemerkt wurde, und den Anteil erkannter zweiter Ziffern je Abstand. Daneben stehen gerundete Literaturwerte und ein schematischer Verlauf. Es sind Einzelmessungen einer Person, keine Stichprobe. Die Werte bleiben in deinem Browser und werden nicht gesendet.

Häufige Fragen

Was ist Veränderungsblindheit?
Veränderungsblindheit (change blindness) bedeutet, dass auch deutliche Änderungen in einem Bild unbemerkt bleiben, wenn sie während einer kurzen Unterbrechung passieren. Normalerweise erzeugt eine Änderung ein örtliches Bewegungssignal, das die Aufmerksamkeit anzieht. Eine graue Zwischenfläche erzeugt dieses Signal überall zugleich, sodass die Szene Stelle für Stelle abgesucht werden muss.
Was zeigt das Gorilla-Experiment?
In der Studie von Simons und Chabris (1999) zählten Versuchspersonen Ballpässe in einem Video. Rund die Hälfte bemerkte eine Person im Gorillakostüm nicht, die durchs Bild lief. Das Phänomen heißt Unaufmerksamkeitsblindheit: Wer auf eine Aufgabe fokussiert ist, übersieht Unerwartetes.
Was ist das Aufmerksamkeitsblinzeln (attentional blink)?
Werden Reize sehr schnell nacheinander gezeigt, bindet das Erkennen eines ersten Ziels die Aufmerksamkeit für einige hundert Millisekunden. Ein zweites Ziel, das etwa 200–500 ms später erscheint, wird deshalb häufig verpasst. Folgt es unmittelbar auf das erste, wird es oft noch erkannt.
Wie funktioniert das Wahrnehmungslabor?
Du führst drei Selbstversuche durch: ein Flicker-Suchbild, eine Zählaufgabe mit unerwartetem Objekt und einen schnellen Buchstabenstrom mit zwei Ziffern. Deine Messwerte erscheinen neben Werten aus der Literatur. Die Szenen sind in 3D erzeugt, die Ergebnisse bleiben lokal im Browser.

Fach: Psychologie

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