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Zuschauer-Effekt: Alle warten, keiner hilft

Über diese App

Zwei klassische Versuche von Latané und Darley in 3D: Rauch dringt in einen Warteraum, in dem eine Person allein, mit zwei passiven Eingeweihten oder mit zwei echten Teilnehmern sitzt; ein Anfall über die Gegensprechanlage, bei dem alle anderen Stimmen vom Tonband kommen. Verläufe mit den Originalwerten (75 %, 10 %, 38 % statt erwarteter 98 %) und ein Modell, das zeigt, wann mehr Zuschauer sogar seltener Hilfe bedeuten.

Mit Erklärmodus: Ein KI-Tutor führt dich durch die App, zeigt in der Szene, worauf es ankommt, und beantwortet deine Fragen.

Der Zuschauer-Effekt

Der Zuschauer-Effekt (Bystander-Effekt) beschreibt, dass Menschen in einer Notlage seltener und später eingreifen, wenn sie andere Zuschauer vermuten. Latané und Darley nannten 1968 zwei Gründe: Verantwortungsdiffusion, weil sich jeder Einzelne weniger zuständig fühlt, und pluralistische Ignoranz, weil Unsichere auf die anderen schauen und deren Ruhe für ein Zeichen halten, dass nichts passiert ist. Im Rauch-Versuch meldeten allein 75 % den Rauch, mit zwei passiven Eingeweihten nur 1 von 10. Bei drei echten Teilnehmern meldete nur in 38 % der Gruppen überhaupt jemand, erwartet wären über 98 % gewesen.

Was die App zeigt

Ein Warteraum in 3D: Durch einen Lüftungsschlitz dringt Rauch, während eine Person einen Fragebogen ausfüllt, allein, mit zwei Eingeweihten oder mit zwei weiteren echten Teilnehmern. Die Figuren zeigen einen typischen Ablauf: zur Lüftung gehen und melden, oder zu den anderen schauen und sitzen bleiben. Im zweiten Versuch sitzt jede Person allein in einer Kabine und hört über die Gegensprechanlage einen Anfall; die Aufklärung zeigt, dass alle anderen Stimmen vom Tonband kamen. Daneben laufen die Verläufe mit den Werten aus den Originalarbeiten und eine gestrichelte Erwartung für unabhängige Personen.

Selbst ausprobieren

Wechsle zwischen den Bedingungen und spiele die sechs Minuten ab. Im Modell stellst du ein, wie viele Personen helfen könnten und wie stark die Hemmung ist: Eine Person hilft mit p(n) = p₁ · n^(−h), mindestens eine mit 1 − (1 − p(n))^n. Ab einer Hemmung über 1 sinkt mit jeder weiteren Person sogar die Chance, dass überhaupt jemand hilft. Ein Knopf passt das Modell an die Messwerte an. Das Info-Panel ordnet spätere Befunde ein, darunter eine Meta-Analyse und Überwachungsvideos echter Konflikte.

Häufige Fragen

Was ist der Zuschauer-Effekt?
Der Zuschauer-Effekt bezeichnet den Befund, dass Einzelne in Notlagen seltener oder später helfen, wenn weitere Zuschauer anwesend sind oder vermutet werden. Erklärt wird er durch Verantwortungsdiffusion und pluralistische Ignoranz. Bekannt wurde er durch die Experimente von Latané und Darley im Jahr 1968.
Was passierte im Rauch-Experiment von Latané und Darley?
Studenten füllten in einem Warteraum einen Fragebogen aus, während Rauch durch einen Lüftungsschlitz drang. Allein meldeten 75 % den Rauch, die Hälfte innerhalb von zwei Minuten. Mit zwei Eingeweihten, die gleichgültig weiterschrieben, meldete nur 1 von 10, und von acht Dreiergruppen echter Teilnehmer nur 3.
Stimmt die Geschichte von Kitty Genovese und den 38 Zeugen?
Nein, nicht so, wie sie lange erzählt wurde. Ein Zeitungsbericht von 1964 sprach von 38 untätigen Zeugen eines Mordes in New York. Spätere Prüfungen der Akten fanden weit weniger Augenzeugen, viele hatten nur etwas gehört, und die Polizei wurde gerufen.
Was kann ich in dieser App ausprobieren?
Du spielst den Rauch-Versuch und den Anfall-Versuch in drei Bedingungen ab, siehst die Originalwerte als Verläufe und deckst auf, wer eingeweiht war. Im Modell änderst du die Zahl möglicher Helfer und die Hemmung und siehst, wann eine größere Gruppe sogar seltener hilft.

Fach: Psychologie

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